Gemeinde Chamerau

Flusspflege_1"Lebensbauwerk" für die Fische

Flusspflege zwischen der Brücke und der „Schleis'n" im Regen in Chamerau verbessern Erdbewegungen die Laichplätze und den Hochwasserschutz / Die Flussmeisterstelle Roding nutzt den schneearmen Winter für notwendige Pflegearbeiten.

Chamerau. Wenn Bauaufseher Josef Stelzl von der Flussmeisterstelle Roding und der Sachgebietsleiter vom Staatlichen Wasserbau, Helmut Holzer, über den Regen zwischen der Brücke und der „Schleis 'n" erzählen, geraten die beiden regelrecht ins Schwärmen. Ein Beispiel für die optimale Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nennt Helmut Holzner die scheinbar kleine Wasserbaumaßnahme in Chamerau, die aber große Wirkung für die Natur zeigt. Die berühmten zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Maßnahme, die von der Flussmeisterstelle Roding derzeit im Regen in Chamerau durchgeführt wird. Im engen Zusammenwirken mit den Naturschutzbehörden, der Gemeinde und dem Fischwasserbesitzer sowie weiteren Fachstellen konnte nach monatelanger Vorbereitung und Planung ans Werk gegangen und die Maßnahme verwirklicht werden. Zum einen wird hier ein Rückzugs- und Laichgebiet für allerlei Fischarbeiten geschaffen, zum anderen die Hochwassersituation durch Ausbaggerungen verbessert. Anlandungen werden beseitigt und damit werde auch der Abfluss wieder verbessert. Dabei werden am Flussgrund tiefe Gumpen eingebaut, die den Fischen als Ruhe-und Laichzonen dienen, auch als Rückzugsgebiet bei Hochwassern, die auch den Flossentieren stets einen Überlebenskampf abverlangen. Selbst Laien können an der Wasseroberfläche erkennen, dass der Fluss zunächst sehr schnell in diesen Arm vordringt, aber an den Rändern deutlich an Strömungsgeschwindigkeit verliert.

"Wir müssen hier den Abfluss für ein 100-jähriges Hochwasser sicherstellen", erklärt Helmut Holzer, deshalb seien bei solchen Arbeiten die Belange des Hochwasserschutzes von besonderer Bedeutung. Auch bei Hochwasserlagen könnten sich hier in Zukunft Fische "unterstellen", die geschaffenen Gumpen dienten Fischarten wie Bachforelle, Äsche oder Saibling zum Ablaichen und als sichere "Kinderstube". So sei sowohl dem Hochwasserschutz als auch dem Fischereiberechtigten gedient.

 

Flusspflege_2Unterstützung durch die Gemeinde

Vom Zusammenfluss des Weißen und Schwarzen Regens bei Blaibach bis zur Mündung in Regensburg ist der Regen 106,8 Kilometer lang. Chamerau liegt etwa am Flusskilometer 95,8 und hier finden die Fische einen weiteren Rückzugsbereich, vor allem um bei Hochwasser nicht tagelang gegen die starke Strömung ankämpfen zu müssen. Die Klimaveränderung, so Sachgebietsleiter Helmut Holzer vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg, sorgt dafür, dass die Hochwasserereignisse stärker und vor allem auch länger werden. Dem will auch sein Amt entgegenwirken in Zusammenarbeit mit den Flussmeisterstellen, die in der Fläche angesiedelt sind. Das Problem liegt in Chamerau im Brückenbereich, wo sich durch Hochwasser über Jahre hinweg extrem viel Kies und vor allem Kiesbänke abgelagert haben.

Die Gemeinde Chamerau ist auf das Wasserwirtschaftsamt zugekommen und hat einen Antrag gestellt, dass der Kies in dem Bereich wieder ausbaggert, wird und somit die Ablagerungen entfernt werden. Dies ist aus ökologischen Gründen für die Fische wichtig, weil sie dadurch wieder leichter laichen können. Die Firma Schönberger aus Chamerau, mit der das Wasserwirtschaftsamt seit Jahren zusammenarbeitet, hat einen schweren Bagger zur Verfügung gestellt, wobei sich insbesondere Baggerfahrer Franz Weber aus Arrach als äußerst versiert im Umgang mit dem Bagger in dem schwierigen Gelände erwies. Ursprünglich war unser Vorhaben, so Sachgebietsleiter Helmut Holzer, dass ein Teil des Kieses wieder eingebaut und der andere Teil abgefahren wird. Jedoch hat sich herausgestellt, dass in einem Querbereich durch extreme Auswölbungen sehr viel Kies wieder untergebracht werden kann. Der Naturschutz wurde informiert, dass in diesem Gewässer Baggerarbeiten vorgenommen werden müssten. Dies war auch im Interesse des Naturschutzes, vor allem, dass das Kiesmaterial im Regenfluss wieder eingebracht wird. Somit erhält der Regen wieder sein richtiges Geschiebe und Kiesbänke können an anderer Stelle anlanden. Es werden Kuppen und Vertiefungen eingebracht, wodurch der Lebensraum zum Beispiel für den Zander wieder hergestellt wird. Die umgelagerte Menge des Kieses beträgt etwa 1000-1200 Kubikmeter. Im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme wird auch die Anliegestelle für Bootswanderer, die durch das Hochwasser des letzten Jahres geschädigt war, wieder optimiert.

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