Gemeinde Chamerau

Zwei Leitungsstränge werden in den Untergrund versenkt

Tiefbau Arbeiten für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung laufen zu den Ortsteilen Gillisberg und Rossberg auf Hochtouren - Für Bürgermeister Baumgartner ist „jeder Cent in das Bauvorhaben gut investiert".

Kanal Wasserleitung Gillisberg RoßbergChamerau. In der Gemeinderatssitzung am 29. Januar 2014 wurde das Thema „Anschluss mit Wasser und Abwasser der Ortschaften Gillisberg und Roßberg", mit großem Interesse der Bürger verfolgt. Herrn Brandl vom Ingenieur-Büro Brandl & Preischl, Cham, erläuterte damals den Gemeinderäten und den Bürgern das geplante Bauvorhaben. Anhand der Leitungs- und Kostenplanungen wurde die vorgesehene Baumaßnahme eingehend erläutert. Die Geländesituation mit großen Höhenunterschieden stellt besondere technische Anforderungen. Im Hinblick auf die Kosten und die daraus resultierende Eigenbelastung der Gemeinde spielen auch die zu erwartenden Fördermittel eine wichtige Rolle. Zwei Planungsvarianten standen damals zur Diskussion. Die abschließende Abstimmung erbrachte zehn Stimmen für und drei gegen die Variante 1. Um sich vor Überraschungen während der Bauarbeiten zu schützen, ist eine Baugrunduntersuchung durch das Institut für Erd- und Grundbau, Rettenbach durchgeführt worden. Den Zuschlag für das 970.000 Euro Bauvorhaben erhielt die Firma „Herbert Dankerl" aus Cham, sie ist seit Beginn der Arbeiten Anfangs Mai zur geregelten Abwasserentsorgung für Gillisberg weit gekommen. Der Start für die Stichstrecke in den 500 Meter hoch gelegenen Ortsteil Gillisberg begann in der Bachstraße. Ein Teil der Trasse verläuft quer durch die Felder vorbei an der alten Linde zum Ort, wobei 200 Millimeter starke Kunststoffrohre und eine Wasserleitung verlegt werden. Gelegentlich erschwert schwerer Boden den Baufortschritt. Mit Hochdruck wird an der Erstellung des Hauptstranges der zentralen Abwasserentsorgung und des Abwasserstranges gearbeitet, um danach die Seitenarme samt Hausanschlüsse in Angriff nehmen zu können. Bei einem Ortstermin diese Woche, an dem vonseiten der Gemeinde Bürgermeister Stefan Baumgartner und Geschäftsstellenleiter Reinhold Fischer teilnahmen, informierte Ingenieur Stefan Brandl, vom planenden Ingenieurbüro Brandl & Preischl aus Cham, dass man gut im Zeitplan liege. Begonnen wurden die Arbeiten Anfangs Mai, mit der Fertigstellung des rund 970000 Euro teueren Projekts werde Ende November gerechnet.

Für den Kanalbau Gillisberg werden insgesamt 12 Hausanschlüsse für 40 Anwohner entsorgt. Die Leitungslänge DN 200 PP für das Abwasser beträgt ca. 930 Meter. Der Wasserleitungsbau Gillisberg/Roßberg hat eine Leitungslänge von ca. 4.200 Metern. Das Rohrmaterial besteht aus DN 32 bis DN 100 PE 100. Insgesamt entstehen 28 Hausanschlüsse für 82 Anwohner. Zwischen Gillisberg und Roßberg wird eine Druckerhöhungsanlage erstellt. Eine Druckerhöhungsanlage (DEA) ist eine automatisch gesteuerte Pumpe oder eine Kombination aus Pumpen und weiteren technischen Einrichtungen zur Erhöhung des Versorgungsdrucks in der Wasserversorgung. Die technische Herausforderung ist dabei einen konstanten Versorgungsdruck bei schwankenden Abgabemengen zu gewährleisten. In Chamerau wird wegen des zu erwartenden Druckes in der Wasserversorgung ein Druckminderschacht eingebaut. In Trinkwasserleitungen, welche größere Höhendifferenzen aufweisen, sind in in den tiefer liegenden Zonen Druckreduzierungen vorzunehmen. Dies kann durch Unterbrechungsschächte, Niederzonenbehälter oder Druckminderer realisiert werden. Die Druckreduzierungsventile müssen wegen ihrer Wartungsintensität immer gut zugänglich sein. Daher werden sie in Druckminderschächten mit entsprechender Umleitungsstrecke eingebaut. Bürgermeister Stefan Baumgartner freut sich, dass mit einem kanalisierten Gillisberg der Lückenschluss bei der zentralen Abwasserbeseitigung geschafft ist - bei optimaler Ausschöpfung staatlicher Förderquellen. „Die Bürger nehmen die baubedingten Beeinträchtigungen in Kauf", sagt Baumgartner, „weil sie dafür eine Entsorgung zu vertretbaren Bedingungen bekommen."

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