Gemeinde Chamerau

Abbruch-HDGDer Abbruch des HdG ist der Startschuss für das Bürgerhaus

Erst wird entkernt, dann rollen die Bagger an - Die Abbrucharbeiten auf dem Dach des HdG laufen auf Hochtouren.

Chamerau. Ein Gebäude, das in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat, verschwindet nun aus dem Ortsbild von Chamerau: Seit geraumer Zeit, unbemerkt von der Bevölkerung begannen die Vorarbeiten für die Abbrucharbeiten. Zunächst war das Mobiliar entfernt worden, anschließend begann die Verwertung von Türen und Fenstern Am Montag begannen nun die Abbrucharbeiten an dem ehemaligen Haus des Gastes. Wie Bürgermeister Stefan Baumgartner mitteilte, habe der Gemeinderat den Auftrag dafür an die Firma Althammer Bau GmbH in Pemfling – Großbergerdorf vergeben. Begonnen wird mit dem Dach und der Außenverkleidung bevor der Dachstuhl abgetragen wird – erst dann fallen die Wände und Mauern.

Erste Leistung im Zuge der Abbrucharbeiten war die „Beräumung" von problematischer Bausubstanz. Billig gebaut und an vielen Ecken mit Materialien belastet, die niemand in einem Wohn- oder Gewerbebereich haben möchte - das ist der Eindruck, den die Mitarbeiter der Baufirma Althammer seit Beginn der Abbrucharbeiten am Montag gewonnen haben. Weil in den 70er- und 80er Jahren viele Stoffe verbaut wurden, die heute in keinem Bau mehr Verwendung finden dürfen, steht die Schadstoffbeseitigung beim Abbruch an erster Stelle. Es geht zunächst darum, alles auszubauen und nach den bestehenden Richtlinien zu entsorgen, was als Mineralwolle, Glasfaser, asbest- oder teerhaltiges Material nicht einfach „Bauschutt" ist, sondern auf Sonderdeponien entsorgt werden muss. Und das ist jede Menge Material, erklären Mitarbeiter der Firma Althammer auf der Baustelle, wo gerade riesige Säcke mit Dachplatten, von Mitarbeitern in Schutzkleidung verladen werden. Asbest wurde wegen seiner vielen praktischen Eigenschaften in so großen Mengen wie kaum ein anderer Werkstoff verwendet – bis er in Deutschland im Jahr 1993 verboten wurde, da er krebserregend ist. Die vielen langlebigen Asbestprodukte wie Bodenbeläge oder Dachplatten begegnen uns noch heute im Alltag. Asbest ist ein faserförmiges mineralisches Silikatmaterial, das zu Platten verarbeitet, in den 70er und 80er Jahren auf Tausenden Dächern verlegt wurde. Noch heute liegen Millionen Quadratmeter Asbestzementplatten auf Häusern in den alten und in den neuen Bundesländern. Denn: Asbestfasern haben eine hohe Temperaturbeständigkeit, sie sind unbrennbar, reißfest, flexibel und äußerst resistent.  Mit dem Einsatz entsprechender Bagger und weiterer Großgeräte wird der Abbruch nach den Vorarbeiten und dem passendem Wetter planmäßig über die Bühne gehen. Die Maßnahme läuft bislang nach Plan, sagt Bürgermeister Stefan Baumgartner. Verwertbare Balken und Holzteile bleiben in Gemeindebesitz und werden später einer geeigneten Nutzung zugeführt. Das aus Ziegel und Beton gebrochene Material wird nach einer erteilten Unbedenklichkeitsprüfung für den Forstwegebau der Gemeinde verwendet. Das Gemeindeoberhaupt zeigte sich zuversichtlich, dass die Ausschreibungen und die Auftragsvergaben für das Bürgerhaus im ersten Quartal 2015 zu Ende gehen und somit einem Baubeginn nichts mehr im Wege stehen dürfte

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