Gemeinde Chamerau

Regierungspräsiden Axel BartelRegierungspräsident Axel Bartelt begeistert von der Firma UVEX

UVEX investierte in Lederdorn in moderne Technologie und machte Unternehmen fit für Zukunft

Chamerau. Wirtschaft hautnah: Am Dienstag hat eine Delegation unter der Führung des Regierungspräsidenten der Oberpfalz, Axel Bartelt, die Firma UVEX in Lederdorn besucht. Mit dabei: Landrat Franz Löffler, Bürgermeister Stefan Baumgartner, die Geschäftsleitende Beamtin Patricia Stoiber sowie Isabella Bauer vom Amt für Wirtschaftsförderung und Regionalmanagement am Landratsamt Cham.
Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Chamerau machte sich Bartelt nicht nur mit dem Erfolg und den Problemen der Weltfirma in Sachen Wintersport vertraut, sondern auch mit der Problematik der geplanten Ortsumgehung. Bürgermeister Baumgartner nutzte die Gelegenheit und warf mit Bartelt einen Blick auf die Probleme des Dorfes durch die Verkehrsbelastung. Am 28. Mai 1991 trug sich mit Karl Krampol letztmals ein Regierungspräsident ins Goldene Buch der Gemeinde Chamerau ein.
Landrat Franz Löffler zeigte den Gästen die Entwicklung des Landkreises auf. Die Firma UVEX, sagte er, sei ein besonderer Standort in puncto Wirtschaftsentwicklung in Bayern. UVEX finde man auf der ganzen Welt, dies sei auch ein Beispiel dafür, wie sich der Landkreis kontinuierlich entwickelt habe. 170 Arbeitsplätze bietet UVEX in Lederdorn an.
Die Firma biete weltweit ein Produkt an, das nahezu jede brauche, ob Radfahrer oder Skifahrer. Diese Produkte auf höchstem Niveau zu gestalten und auch noch gut aussehen zu lassen, das sei das Geschäft von UVEX. Löffler: “Wir dürfen hier im Landkreis davon profitieren.”
15 Spritzgussmaschinen
Produktionsleiter Bernhard Schlund ging auf die Entstehung des Standorts ein. 1969 erfolgte die Gründung von Werk IV in Lederdorn - mit der Produktion von Ski-, Sport- und Taucherbrillen. Mit 13 Mitarbeitern und zehn in Heimarbeit startete der Betrieb. 2007 erfolgte die Einweihung der letzten großen Werkserweiterung für nicht weniger als fünf Millionen Euro. 2012 kam es zur Ausgründung der Uvex Sport Lederdorn GmbH, 2013 zur Erweiterung des Maschinenparks in Spritzguss und Bedruckung.
Aktuell verfügt die Firma über 15 Spritzgussmaschinen auf einer Fläche von 800 Quadratmetern. Dazu kommt eine vollautomatische Lackieranlage auf einer Produktionsfläche von 625 Quadratmetern. Heute ist UVEX weltweit die Nummer eins im Arbeitsschutz und im Wintersport. Zu den ersten Produkten aus Lederdorn kamen neben Sportbrillen bald schon Skihelme hinzu, seit 2009 werden auch Reithelme produziert. Schlund stellte der Delegation auch das jüngste “Kind” der Firma vor, den Skihelm UVEX JAKK+ mit dem Anpassungssystem Octo+, worauf die Firma besonders stolz sei. Das Produkt ist ein besonders leichter Hartschalenhelm für Freerider. Eine neue Belüftungslösung im Skihelm sorgt für klare Sicht, ein Beschlagen wird damit unmöglich.
Nach den Ausführungen Schlunds überzeugten sich die Gäste vom hohen Standard bei UVEX. Die Besucher erfuhren unter anderem, dass in Lederdorn mit einer Arbeitsschicht etwa 500 Helme lackiert werden können. Wer bei dieser Zeit an weniger Personal dachte, dem erteilte der Produktionsleiter eine Absage. Denn seit diesem Jahr habe sich der Mitarbeiterstand auf 170 erhöht. 30 davon stehen dem Werk als Heimarbeiter zur Seite, sie setzen beispielsweise alle Skibrillen in Handarbeit zusammen.
Ein Teil der Produktion, die sehr arbeitsintensiv sei, wurde ausgelagert und ins nahe Tschechien vergeben. Dass dabei eng mit dem Werk in Nýrsko zusammengearbeitet wird, wo UVEX ebenfalls 150 Mitarbeiter beschäftigt, freute einen der Gäste besonders. “Ich finde es hervorragend, dass der Standort nicht als ausländische Konkurrenz gesehen wird”, sagte Franz Löffler. “Wir sind ein Wirtschaftsraum, der zusammenwächst.”
“Ein bahnbrechendes Produkt”
Bartelt würdigte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. “Das verdient Respekt”, sagte er. Durch das Setzen auf die Marke “Made in Germany” praktiziere das Unternehmen außerdem seit Jahrzehnten Nachhaltigkeit im besten wirtschaftlichen Sinne. “Hier wird alles getan, um den Namen und das Label zu erhalten, bei dem es vor allem um Qualität geht.” Stefan Baumgartner freute sich ebenfalls über die Entwicklung des Global Players in seiner Gemeinde, der nicht zulasse, dass die Konkurrenz vorbeiziehen könne. “Dafür braucht es aber auch immer wieder eine größere Investition und, wie jetzt geschehen, ein neues, bahnbrechendes Produkt.”