Gemeinde Chamerau

Blutspendenehrung2017Ohne sie ist jeder Chirurg hilflos

Ehrung BRK und Gemeinde Chamerau zeichnen Thomas Pfeilschifter und Josef Breu als stille Lebensretter aus - sie haben 100 und 50 Mal für andere Blut gespendet.

Chamerau. Blut spenden rettet Leben. Jeder kennt diesen Satz und einige besonders Verantwortungsbewusste handeln auch danach. Knapp 2 000 Blutspenden werden täglich für bayerische Patienten benötigt, damit die lebenswichtige Blutversorgung der Patienten in den Krankenhäusern gewährleistet ist. Gerade vor diesem Hintergrund war es Bürgermeister Stefan Baumgartner und den Verantwortlichen vom BRK eine Freude, dass wieder zwei engagierte Gemeindebürger aus Chamerau mit Ehrennadel, Urkunde und Präsenten für oftmaliges Blutspenden ausgezeichnet werden konnten.
Blutspenden als Lebensprinzip
Für 100 Blutspenden wurde Thomas Pfeilschifter geehrt und auf 50-malige Spende konnte Josef Breu zurückblicken. BRK-Bereichsvorsitzender Dr. Casaretto unterstrich die Bedeutung des Blutspendewesen bei Krankheit und Notfällen und sprach seinen Dank auch im Namen der unbekannten Blutempfänger aus. "Die Medizin ist hilflos, wenn sie das erforderliche Blut nicht hat". In einem ganz stillen Akt ohne Blaulicht hätten die beiden Mehrfach-Spender ehrenamtlich und kostenlos etwas sehr Wertvolles hergegeben, das mit Geld nicht zu bezahlen ist.Casaretto merkte an, dass in der letzten Zeit die Zahl der Blutspender etwas weniger geworden sei. Die Bevölkerung sei zwar der Blutspende gegenüber positiv eingestellt, dennoch gehen lediglich sechs bis sieben Prozent der Deutschen zum Spenden. Jeder zweite Bundesbürger sei einmal in seinem Leben auf Spenderblut angewiesen. Ob bei einem Unfall oder bei einer dringenden Operation, wer Blut spendet, tut anderen Menschen etwas Gutes. Das Bayerische Rote Kreuz, so Dr. Dieter Casaretto, bedankt sich bei allen Spendern aus dem gesamten Landkreis, die im Jahr 2016 bei 91 Terminen freiwillig und unentgeltlich ihr Blut gespendet haben. Dieser bezeichnete die Blutspende, die freiwillig geschehe, "als Lebensrettung nicht mit Blaulicht, sondern im stillen Kämmerchen", die völlig unspektakulär, jedoch sehr wirkungsvoll sei. Alleine in Bayern werden nach seinen Worten 2 500 Blutspenden pro Tag benötigt. "Der ländliche Bereich ist hier noch motivierter". Casaretto hoch weiter hervor, dass Pfeilschifter und Breu heimliche Lebensretter und Vorbilder für andere seien. Die Frage „Was will das Bayerische Rote Kreuz mit Blutspendeehrungen erreichen?” stellte Dr. Dieter Casaretto in den Raum und beantwortete sie auch: Zum einen gelte es aufrichtigen Dank an die langjährigen Blutspender, Thomas Pfeilschifter und Josef Breu  zu sagen. Sie haben über viele Jahre lang treu und beständig immer wieder die angebotenen Spendetermine besucht, und dies sei keineswegs selbstverständlich. Blutspenderehrungen sollten verdeutlichen, dass vielen Patienten mit diesem Blut geholfen werden konnte. Und nicht zuletzt wolle das BRK über die Blutspende aufklären um noch mehr potenzielle Spender zu erreichen. In der Urlaubs- und Ferienzeit gebe es immer wieder Engpässe bei der Blutversorgung, deshalb sollten alle gesunden Männer und Frauen im Alter von 18 bis jetzt 72 Jahren zu den Spendenterminen gehen. Bürgermeister Stefan Baumgartner wies darauf hin, dass die Blutspenderehrung auch als Dankeschön an alle Blutspender zu verstehen sei. Sie solle zum Ausdruck bringen, wie sehr die Gemeinschaft die Bereitschaft, zu Gunsten des Gemeinwohls einzutreten, wertschätze. Trotz des hohen Stands der Medizintechnik sei es bis heute nicht möglich, künstlich Blut herzustellen, weshalb die Blutspende umso wichtiger sei. „Dass man dabei sich selber etwas Gutes tut, denn man wird gesundheitlich überwacht und der Körper angeregt, neues Blut zu produzieren, ist ein angenehmer Nebeneffekt”, warb Baumgartner für die gute Sache und überreichte ein Weinpräsent als „Blutergänzungsmittel” an Thomas Pfeilschifter. An Josef Breu überreichte das Gemeindeoberhaupt die „Gemeindeuhr“. Im Namen all derjenigen, die eine Blutkonserve brauchen, sprach der Bürgermeister den treuen Spendern ein Dankeschön aus. Er wünschte beiden, dass sie noch möglichst lange Blut spenden können und eine gute Gesundheit.
Zum Dank ein Erste-Hilfe-Set Auch Sandra Früchtl, die Blutspendebeauftragte des Bad Kötztinger BRK-Bereichs, richtete ihren Dank an die drei oftmaligen Spender und übergab je ein „Erste-Hilfe-Set”. Der BRK-Kreisverband  bedankt sich auch bei den vielen ehrenamtlichen Helfer, denn ohne Ehrenamt würden Blutspendetermine meist gar nicht stattfinden können. Was also würde wohl passieren, wenn es nicht genügend Menschen gäbe, die freiwillig und ohne Lohn immer wieder ihre Zeit spenden, währenddessen andere ihr Blut spenden? Man mag es nicht zu Ende denken. Die Anzahl der tatsächlichen Spender waren 2016 10787 Personen. Die Anzahl der Erstspender stieg von 2015 mit 572 in 2016 auf 637 Personen. Der nächste Blutspendetermin ist am 3. März in Bad Kötzting. (che)