Gemeinde Chamerau

Wechselhafte Geschichte

Eine wechselhafte Geschichte erlebt

1019 wurde Chamerau erstmals urkundlich erwähnt. Im kommenden Jahr würdigt die Gemeinde das 1000-Jährige mit einem Festprogramm - Hauptorganisator Bürgermeister Stefan Baumgartner stellte das voraussichtliche Programm für die 1000-Jahrfeier vor.

Chamerau. Allerorten Jubiläen! Im privaten Bereich, in der Arbeitswelt und nicht zuletzt im öffentlichen Raum werden Jubiläen aufgrund einer Mischung aus Tradition und Konvention wie selbstverständlich begangen. Es steht außer Frage, dass insbesondere unsere öffentliche Erinnerungs-, Fest und Ausstellungskultur ohne historische Jubiläen nicht auskommt. Historische Jubiläen - wenn sie richtig verstanden, vorbereitet und durchgeführt werden - bieten auch große Chancen. Vor allem fördern sie Bürgersinn und Gemeinschaftsgeist. Diese Erfahrung hat auch Bürgermeister Stefan Baumgartner bei der Vorbereitung und Durchführung des Jubiläums “1000 Jahre Chamerau” gemacht. Er sprach bei der dritten Zusammenkunft am letzten Dienstag von einem herausragenden Engagement der Vereinsvorstände und deren Vertreter die das Jubiläum vorbereiten. Nur noch ein gutes Jahr, dann steigt in Chamerau ein nicht alltägliches Fest, so Stefan Baumgartner am Dienstag bei der Zusammenkunft des Festausschusses im Bürgerhaus. Gefeiert wird die, wenn auch nur indirekte, Erwähnung von Chamerau in den Turnier-Büchern des 11. Jahrhunderts, deshalb ist dieses Jahr für unsere Gemeinde kein Jahr wie jedes andere. Das weitverzweigte Geschlecht der Chamerauer erscheint zuerst in den Turnier-Büchern. Hier begegnete uns ihr Name sehr häufig, ein Be¬weis von der ritterlichen Besinnung dieses Adels in seinen ersten Gliedern. Wunbold, Ritter von Chamerau. Dieser erlangt einen Dank im 6. Turnier zu Trier 1019 und ist danach im 7. Turnier zu Hall 1042 Turniervogt (Der Turniervogt ist für den ord¬nungsgemäßen Ablauf des Turniers zuständig und stellt am Ende die Sieger fest) gewesen. Immerhin werden in den bayerischen Turnierrei¬men des Heroldes Georg Rixner die Ritter von Chamerau an bevorzugter Stelle aufgezählt: ”Jetzt kommen die von Cammeraw mit der roten Wilden Saw“. Zu den reichsten und angesehens¬ten Geschlechtern im Oberen Bayerischen Walde zählten vom 11. bis 15. Jahrhundert die Ritter von Chamerau. Als ihr eigentlicher Stammsitz wird die ehemalige Burg von Chamerau betrachtet. Sie stand im heutigen Ort am rechten Ufer des nahegelegenen Regens. Hier führte ein uralter Verkehrsweg, der die beiden politischen, kirch¬lichen und geschäftlichen Mittelpunkte Cham und Kötzting miteinander verband, durch eine bequeme Furt über den Regen. Vermutlich war diese geographische Lage bei der Wahl des Plat¬zes für die Anlage des Ortes und der früheren Burganlage bestimmend. Urkundlich wird 1180 ein ”Puchard de Chamerave“ genannt. Frühzeitig schon verlegt dieses Geschlecht seinen Sitz auf den nahen, strategisch günstigeren Haidstein, wobei sie Chamerau bzw. Lengau, wie früher die Hofmark hieß, durch eigene Pfleger verwalten ließen.
 
13.Jahrhundert
 
Die Kirche von Chamerau, den Aposteln Peter und Paul geweiht, dürfte schon sehr früh ent-standen sein. Aus der alten Zeit stammt noch ein Taufstein, ein steinerner Zeuge aus der Mitte des 13. Jahrhunderts mit seinem Apostelfries. Der Mantel des kufenförmigen Steines ist durch eine Kleeblattarkatur gegliedert. In den Flachnischen sind die Reliefs der Apostel: Petrus ist erkennbar durch den großen Schlüssel.
1000 Jahre “Chamerau” - ist ein geschichtliches Jubiläum, welches im kommenden Jahr mit diversen zahlreichen Festivitäten gewürdigt wird. Das Großprojekt “1000 Jahre Chamerau” rollt an: 2019 wird die Gemeinde 1000 Jahre alt. Dieses Jubiläum soll gebührend gefeiert werden - und zwar mit einem Fest von Bürgern für Bürger. Von zünftig-bayerischer Blasmusik über einen Kabarettisten am Sonntag, über die Partyband ”HOAß“ bis zum Festausklang am Montag mit der Band Sixpack. Die Verantwortlichen haben sich einiges einfallen lassen, damit das Gemeindejubiläum zu einem echten Kracher wird. Gefeiert wird vom Freitag, 5. Juli 2019, bis zum Montag, 8. Juli 2019 im Festzelt hinter dem Bürgerhaus.
 Die Vorbereitungen für die 1000-Jahr-Feier laufen seit längerem auf Hochtouren. Nachdem der Gemeinderat grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, wurde am 26. Februar ein Arbeitskreis gegründet. Die Koordination obliegt Bürgermeister Stefan Baumgartner. Er und seine Mitorganisatoren aus den Gemeindevereinen: dies sind der Fußballclub, die Feuerwehr, der Frauenbund, die Krieger- und Reservistenkameradschaft, die Landjugend, der Männergesangverein, der Obst- und Gartenbauverein, die Sternfreunde Roßberg, das Pfarramt sowie der Pfarrgemeinderat, sie alle hoffen, dass das Fest zum Jubiläum alle Erwartungen erfüllt.
Das komplette Programm sollte bis zum September stehen Im Laufe der bisherigen Vorbereitungen konnte zum Beispiel die Brauerei Aldersbach als Zelt- und Bierlieferant, die ein ”Fullservice Paket” anbietet verpflichtet werden. Die Festküche übernimmt wie schon bei vielen anderen Veranstaltungen im Gemeindebereich die ”Festküche Josef Vogl“ aus Bernried. Über die Verpflichtung der Musikkapellen, so Stefan Baumgartner wird bis zur nächsten Zusammenkunft im September eine Liste der verpflichteten Kapellen sowie der benötigten Spielmannszüge vorliegen.
Gesucht wird noch ein Künstler oder Grafiker, welcher dem Ausschuss bezüglich verschiedener Zeichnungen für das Festlogo, den Entwurf für die Plakate sowie über eine Gedenkmünze die herausgegeben wird mit detailliertem Hintergrundwissen bezüglich der Historie hilfreich zur Seite steht.
Das voraussichtliche Programm
 
Freitag: 5. Juli: Tag der Betriebe, Standkonzert, Festeinzug vom Bahnhof zum Platz hinter dem Bürgerhaus dann Konzert bis 24 Uhr. Als Kapelle konnte ”Der Jäger aus Kurpfalz und seine Original Bixnbutzer“ sowie zum Einzug wird zusätzlich die Blaskapelle Kerscher aus Roding verpflichtet werden.
 
Samstag: Ab 19 Uhr „Tag der Jugend“ mit der Partyband ”HOAß“.
 
Sonntag: Kircheneinzug ab Bahnhof mit Festgottesdienst im Innenhof des Bürgerhauses. Festzug ab Festzelt durch den Ort, mit dem Motto: ”Chamerauer Vereine stellen sich vor“. Anschließend Festzeltbetrieb nach dem Festzug. Über die Verpflichtung eines Kabarettisten mit Auftritt um 19 Uhr wie zum Beispiel ”Binser“, ”Monika Schwarzmann“ oder ”Toni Lauerer“ und andere werden noch Angebote eingeholt.
 
Montag: Tag der Behörden und Gemeinden, Festausklang mit der Band ”Sixpack“. An den vier Tagen steht ein Vergnügungspark für Kinder und Jugendliche zur Verfügung.
 
1019 wurde Chamerau erstmals urkundlich erwähnt. Im kommenden Jahr würdigt die Gemeinde das 1000-Jährige mit einem Festprogramm.Der Taufstein mit seinem Apostelfries in der Pfarrkirche Peter und Paul stammt noch aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.