Gemeinde Chamerau

Wasserversorgung Lederdorn RoßbergWasserversorgungen Chamerau und Lederdorn vor dem Zusammenschluss

Überwasser aus den Quellen in Lederdorn führt zu einer Verringerung des Fremdwasserbezugs

Chamerau. Die Gemeinde Chamerau führt zur Zeit den Bau einer Wasserleitung von Roßberg nach Lederdorn durch. Der Ortsteil Lederdorn ist bereits erschlossen, stellt aber eine sogenannte ”Insellösung“ dar, das heißt, Lederdorn wird derzeit autark über vier gemeindeeigene Quellen ausreichend versorgt. Durch die seit Juni laufende Maßnahme wird Chamerau über seine Ortsteile Gillisberg und Roßberg nach Fertigstellung dann mit Lederdorn verbunden sein. Im Jahr 2014 wurde bereits eine Verbindungsleitung von Chamerau bis Roßberg in Richtung Kolmberg verlegt. Das Betriebswesen des Gesamtkonzeptes sieht eine Förderung des ”Überschusswassers“ (50 bis 80 Kubikmeter/Tag) des Hochbehälters Lederdorn nach Chamerau zum Hochbehälter Chamerau (Taferlbirke) mit Wasser von Lederdorn her dar. Die abgehende Leitung vom Übergabeschacht der WBW in Gillisberg wird dann abgesperrt. Der Vorteilung ist eine Verringerung des Fremdwasserbezugs sowie die Umkehrung der Fließ- beziehungsweise Förderrichtung im Notfall, zum Beispiel beim Ausfall von einer oder mehrerer Quellen in Lederdorn, einem Rohrbruch in Lederdorn oder starker Rückgang durch Trockenheit der Schüttung der Quellen in Lederdorn.
Zielgenau auf den Punkt kommen Während auf der Straße von Lederdorn nach Kolmberg ungehindert die Autos fahren, wird in einer Tiefe von 1,6 Metern die neue Wasserleitung installiert. Ermöglicht wird dies durch eine besondere Maschine, die nacheinander etwa drei Meter lange Eisenstangen in das Erdreich drückt. Die steuerbare Spitze kommt nach etwa 100 Metern punktgenau in einer bereits ausgehobenen Grube wieder zum Vorschein. Danach kann der nächste Abschnitt in Angriff genommen werden, je nach der Beschaffenheit des Bodens bis zu einer Länge von 150 Metern. Auftretende Steine zertrümmert ein an der Spitze befindlicher Rollbohrer. Beim Zurückholen der Bohrstangen wird am Ende die neue Wasserleitung angehängt und in das Erdreich eingezogen. Wenn es um schnelle und saubere Bohrungen geht, ist die Walter Bauer GmbH & Co. KG ein gefragtes Unternehmen in ganz Süddeutschland und darüber hinaus, so Bauleiter Ruhland. Egal, ob Rohre für Gas- oder Trinkwasser, für Fernwärme- oder Abwasserdruckleitungen zu verlegen sind, ob die in allen Gemeinden mit Nachdruck geforderten Glasfaserkabel in den Boden kommen müssen, oder Stromkabel in der Erde verschwinden sollen - das Bohrunternehmen hat für alle Verfahren das richtige Konzept, die kabellose Rohrverlegung ist mittlerweile zum Hauptgeschäft geworden. Mit dem gesteuerten Bohrverfahren können seine geschulten Mitarbeiter zum Beispiel dem Kurvenverlauf einer Straße folgen, oder kreuzende Versorgungsleitungen punktgenau unter- oder überlaufen. Selbst wenn der Bohrer auf Felsen trifft, muss nicht gleich ein Sprengmeister bemüht werden. Speziell konstruierte Bohrköpfe arbeiten sich auch durch härtestes Gestein und treffen trotzdem nach 150 bis 300 Metern exakt auf den Zielpunkt. “Am schönsten ist es immer, wenn die Bürger fragen, wann der Bau losgeht, und wir schon damit fertig sind”, sagt Bauleiter Stefan Ruhland von der ausführenden Firma Walter Bauer zum Prinzip des Spülverfahrens bei der Baustellenbesichtigung am Donnerstag. Zahlen und Daten zum Projekt Die Leitungslänge beträgt ca. 2.630 m, das Rohrmaterial besteht aus DN 80 bis DN 100 PE100. Gebaut wird eine Druckerhöhungsanlage bei Roßberg. Es wird ein Hausanschluss erstellt. Die Baukosten belaufen sich auf cirka 490.000 Euro. Das Projekt wird bis September/Oktober 2018 abgeschlossen sein. Die ausführende Firma ist die Walter Bauer GmbH & Co.KG aus Runding. Die Planung und Bauleitung liegt in den Händen von Ing.-Büro Brandt & Preischl aus Cham. (che)
Vor Ort informierten sich Bauleiter Stefan Ruhland von der ausführenden Firma Walter Bauer, Ingenieur Stefan Brandl vom Planungsbüro und Bürgermeister Stefan Baumgartner (v. l.) über den Fortschritt der Arbeiten beim Bau der Wasserversorgung Chamerau/Lederdorn.